Segelreviere Buten und Binnen

Die Einteilung der Segelreviere erfolgt in „buten un binnen“ .

Segelreviere buten
Seekarte

Das ist Plattdeutsch und bedeutet einfach

buten – draussen (in der großen, weiten Welt), also die Meere der Welt und

binnen – drinnen (innerhalb), demzufolge die Seen, Flüsse, Kanäle innerhalb des Landes.

Soweit die grobe Einteilung der Segelreviere.

Wir sprechen von „unserem“ Segelrevier und meinen damit den See in der Nähe unseres Wohnortes, auf dem wir immer segeln.

Oder das Gebiet rund um den Ostseehafen, in dem unser Boot liegt.

Wenn Sie so wollen, besteht die ganze Welt aus lauter Segelrevieren.

Törnplanung

Bei der Planung eines Törns in fremden Gewässern sollten Sie sich vorher umfangreiche Revierkenntnisse aneignen. Dazu gehört selbstverständlich das Wissen um Häfen, mögliche Versorgungsstellen, Anlege- und Ankerplätze, Fahrtrouten, Wettererscheinungen und vieles mehr.

Gerade in einem fremden Revier reicht es nicht aus, segeln zu können.

Woher bekommen Sie die erforderlichen Informationen?

Ganz wichtig:  für das entsprechende Gebiet müssen die richtigen Seekarten an Bord sein.

Auch im Zeitalter von GPS und Satellitennavigation ist es unerlässlich, Papier-Karten dabei zu haben und auch mit ihnen umgehen zu können. Wertvolle Informationen über Tiefen, Hindernisse, Brücken, Verkehrsgebiete und anderes mehr erhalten Sie aus den Seekarten.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie aktuelles Kartenmaterial mitführen. Amtliche Seekarten müssen aktuell berichtigt sein, und Sportbootkarten sollten regelmässig ausgetauscht werden.

In Deutschland werden Seekarten und die amtlichen Handbücher vom BSH – dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg herausgegeben. Der Vertrieb erfolgt über den Fachhandel, und hier wiederum nur über autorisierte Verkaufsstellen.

 Nautische Literatur

Nicht nur Seekarten, sondern auch

  • Stromatlanten
  • Seehandbücher
  • Hafenhandbücher
  • Leuchtfeuerverzeichnisse
  • Funkhandbücher und
  • Gezeitentafeln

gehören zur nautischen Literatur.

Natürlich müssen Sie nicht alles davon an Bord haben. Allerdings empfehle ich Ihnen, sich für die geplante Segelreise in einem bestimmten Segelrevier mit der dazu passenden Literatur auszurüsten.

Versuchen Sie mal, bei schlechter Sicht oder nachts in einen unbekannten Hafen einzulaufen, von dem Sie keine Detailkarte haben, nicht genau wissen, wie die Hafeneinfahrt befeuert ist, und von dem Sie keine Vorstellung davon haben, ob die vorhandene Tiefe für Ihr Schiff ausreicht.

Das kann leicht in einem Desaster enden.

Das wäre nicht nur schade um Ihr Schiff, sondern kann auch sehr gefährlich für Ihr Leben und das Ihrer Crew sein. Abgesehen von den Schäden, die Sie aus Unkenntnis anderen zufügen und dafür verantwortlich gemacht würden.

 Funk an Bord

Ein Seefunkgerät ist kein Luxus, sondern aus Gründen der Sicherheit eine notwendige Sicherheitseinrichtung an Bord einer Yacht.

Über das Funkgerät können Sie in einem fremden Segelrevier Auskünfte einholen.

Rufen Sie die nächst liegende Küstenfunkstelle an, und erkundigen Sie sich dort nach

  • Information zum Anlaufen des nächsten Hafens
  • der Zuweisung eines Liegeplatzes
  • den Öffnungszeiten der Schleusentore
  • Technischer oder medizinischer Hilfe

 Sicherheit an Bord

Sie kennen das: zuhause sind Sie sicher, kennen jeden Stein, jeden Weg, jede Strasse. Sie achten kaum auf Verkehrsschilder, denn Sie wissen genau, was wo steht. (Ausser es wird plötzlich etwas geändert, sozusagen über Nacht- ohje! Wie lange dauert es, bis Sie die Änderung wahrnehmen?)

Aber kaum unterwegs, aktivieren Sie Ihr Navigations-Gerät, schleppen Autokarten mit sich herum, lesen Stadtpläne und fragen Anwohner nach dem Weg.

Was für uns als Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger selbstverständlich ist, sollte auch für das Segeln in einem unbekannten Segelrevier eine Selbstverständlichkeit sein.

Je mehr Informationen Sie haben, je besser Sie sich auf ein fremdes Revier einstellen können, je genauer Sie wissen, was Sie dort erwartet – desto grösser ist die Sicherheit. Ihre Sicherheit, die Sicherheit Ihrer Crew und Ihres Schiffes.