Bordverpflegung

ist bei einem Segeltörn von großer Bedeutung, denn:

Seeluft macht hungrig

Auf längeren Strecken, wenn es denn vielleicht auch mal etwas langweilig wird, oder nach einem Sturm, der erfolgreich abgewettert wurde, oder nach Durchzug eines Schlechtwettergebietes oder ganz allgemein, um die Stimmung an Bord positiv zu beeinflussen, lassen sich mit einem ordentlichen, schmackhaften Essen wahre Wunder bewirken.
Erfahrende Skipper wissen das, und nicht wenige von ihnen sind begabte Hobbyköche, die ihr Können auch ganz gern mal unter Beweis stellen.
Selbst Crewmitglieder, die ein wenig unter Seekrankheit leiden, finden nach einer Suppe, einem heißen Tee und einem Stück Brot ihre Lebensgeister wieder.

Planung der Bordverpflegung

Eine Yacht hat nicht unbegrenzt viel Stauraum, und so muss vor der Abreise genau überlegt werden, was und wie viel eingekauft werden soll.
Andererseits kann man auf See weitab von einem Hafen und einer Einkaufsmöglichkeit nicht eben schnell etwas besorgen, was vorher vergessen wurde.
Vorratshaltung ist eher unüblich, aus genau dem Grund: fehlender Stauraum. Außerdem ist die Haltbarkeit der einzelnen Lebensmittel zu berücksichtigen.

Fragen vor dem Einkauf

Einkauf von Bordverpflegung
© Marco2811 – Fotolia.com
  • Wie viele Personen müssen verpflegt werden?
  • Wie lange dauert die Segelreise?
  • Werden unterwegs Häfen angelaufen, in denen eingekauft werden kann?
  • Will die Crew häufig in Restaurants essen gehen oder selber kochen?
  • Welche individuellen Gewohnheiten/Wünsche/Vorlieben/Abneigungen/Einschränkungen der einzelnen Teilnehmer müssen berücksichtigt werden?

Bei der Detailplanung teilen Sie die Einkäufe am besten in Rubriken ein.

  • Getränke
  • Grundnahrungsmittel
  • Gewürze
  • Konserven
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Brot

Mengen und Auswahl

Beachten Sie, dass von allem etwas mehr als benötigt gekauft wird, aber nicht mehr, als großzügig berechnet. Besonders alkoholfreie Getränke sollten reichlich geplant werden, denn wenn man auf einem Segeltörn auch von sehr viel Wasser umgeben ist – das ist nichts zum Trinken.
Manche Lebensmittel eignen sich nicht für längere Vorratshaltung. So ist mit Gemüse und Obst vorsichtig zu verfahren, und frisches Brot hält sich nicht länger als ein paar Tage.
Alternativ kann man Konserven wählen (Tiefgefrorenes nur, wenn ein Tiefkühlschrank an Bord ist), und aus Mehl, Trockenhefe und Wasser oder einer der vielen vorgefertigten Backmischungen kann man frisches Brot selber backen – wenn ein Backofen vorhanden ist.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der Einkauf von Süßigkeiten wie z.B. Schokolade, Schokoriegeln, Gummibärchen, Snacks und anderen Leckereien.

Alkohol

Wahrscheinlich wird fast jede Crew auch Alkohol „bunkern“ wollen.
Bier, Wein, der berühmte Schluck Rum für Rasmus – dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
Aber wie fast immer, so auch in diesem Fall: auf das richtige Maß kommt es an.
Die Promillegrenze auf See liegt bei 0,5 %o . Aus Sicherheitsgründen sollte auf das Trinken von Alkohol während der Fahrt ganz verzichtet werden. Ein guter Skipper wird sich daran halten und darauf achten, dass seine Crew das ebenso tut.
Ein Bierchen nach dem „Anleger“, ein Glas Wein zum Abendessen, dagegen ist nichts einzuwenden.
Wer darüber hinaus eine größere Menge Alkohol braucht, sollte sich klar machen, dass er nicht nur seine eigene, sondern auch die Sicherheit der Mitsegler und des Schiffes gefährdet. Der Skipper kann im Zweifel von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Betreffenden des Schiffes verweisen.

Kochen an Bord

Bordverpflegung auf kleinstem Raum
Bordküche auf einer Yacht

Moderne Yachten bieten in ihrer Kombüse (das ist die Küche an Bord) erstaunlich viel Komfort. Alles auf engstem Raum, und nicht so großzügig, wie man es vielleicht von zu Hause gewohnt ist, aber funktionell.
Da findet sich ein Herd, meistens mit Backofen, manchmal eine Mikrowelle, ein Kühlschrank, manchmal ein Gefrierfach, eine Spüle (eher selten eine Spülmaschine), Schaps (Schrankfächer), in denen Geschirr, Gläser, Bestecke, Töpfe und Pfannen ihren Platz haben.

Wenig Arbeitsfläche, aber gearbeitet werden kann an der „Back“, das ist der Tisch im Salon des Schiffes.

Somit steht der Produktion eines Viergänge-Menüs nichts mehr im Wege!

Niemand zwingt die Crew zu monströsen Kochorgien. Wer Lust dazu hat, vorher entsprechend eingekauft hat, der kann das jedoch tun.

Meistens gibt es ganz normales Essen, je nach Vorliebe der Crew. Beliebt sind die Klassiker, also Nudeln in allen Variationen, Aufläufe, Suppen, Kartoffeln, Gemüse, Fleisch oder auch Fisch (wenn man den in einem Hafen frisch kaufen konnte). Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.


 

Auch Kochbuchautoren haben sich des Themas bereits angenommen. Hier eine kleine Auswahl:

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 Alternativen zum Kochen

Es gibt auch Crews, die von Anfang an beschließen, dass nicht gekocht wird, sondern man jeden Abend – wenn man denn in einem Hafen ist – essen gehen möchte. Auch das ist möglich, wenn alle damit einverstanden sind oder sich niemand findet, der kochen möchte.

Das Frühstück und auch ein Mittagsimbiss werden jedoch auf jeden Fall an Bord eingenommen.
Für eine längere Strecke bei vielleicht nicht ganz optimalem Wetter empfiehlt es sich, für unterwegs eine Suppe, ein paar belegte Brote und heißen Tee oder Kaffee vorzubereiten und in einer Thermoskanne warm zu halten. Rudergänger, die längere Zeit dem Wind und Regen ausgesetzt waren, sind immer sehr dankbar für eine solche Stärkung und Aufwärmung!

Fazit

Sie haben es bestimmt gemerkt: Verpflegung an Bord hat sehr viel mit Planung und Organisation zu tun.
Aber es lohnt sich: ein wohl durchdachtes Sortiment an Lebensmitteln und Getränken macht einfach Freude und trägt zum Gelingen eines Segeltörns erheblich bei.