Braucht man einen Segelschein?

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An dieser Frage scheiden sich die Geister.

Die Befürworter sagen: ja, auf jeden Fall braucht man einen Segelschein. Man fährt ja auch nicht ohne Führerschein Auto!

Die Gegner sagen: Man kann auch ohne Segelschein segeln. Der Schein sagt nichts darüber aus, ob jemand segeln kann oder nicht.

Tatsächlich haben wohl beide Seiten gute Argumente. Auch weltweit ist die Segelschein-Frage sehr unterschiedlich geregelt (schon das Wort „geregelt“ impliziert eine staatliche Entscheidung).

Es gibt zahlreiche Länder, in denen es die unterschiedlichsten Segelscheine und auch eine Pflicht zum Segelschein gibt, und genauso gut gibt es Länder, in denen ein Segelschein weitgehend unbekannt und nicht üblich ist.

Zahlreiche Weltumsegler sind einfach los gesegelt und hatten keinen Schein. Aber sogar ein so bekannter Einhandsegler wie Wilfried Erdmann hat nach mehreren Jahren des Segelns irgendwann mal einen Segelschein gemacht.

Also noch einmal:

braucht man einen Segelschein oder nicht?

Tatsächlich solltest du segeln lernen, wenn du als verantwortungsbewusster Mensch auf dem Wasser mit einem Schiff unterwegs sein willst.

Dazu gehört nicht nur die Fähigkeit, ein Boot mit dem Wind steuern zu können und von A nach B zu gelangen, sondern dazu gehört auch das Wissen um verschiedene theoretische Grundlagen.

Das Verkehrsaufkommen ist auf europäischen Gewässern unterschiedlich hoch. Fest steht jedoch, dass ein gefahrloses Miteinander auf dem Wasser nicht möglich ist ohne Leitfäden, die unabhängig von Sprache und Herkunft der Schiffe für Ordnung und Sicherheit sorgen. Der Gesetzgeber spricht von „der Leichtigkeit des Verkehrs“.

Dieses Wissen, sowohl theoretisch als auch praktisch, wird dir in einer guten Segelschule vermittelt. Dort geht es übrigens nicht in erster Linie darum, dass du  „einen Schein“ machst, sondern darum, dass du das Segeln lernst.

Wenn du dann am Ende deiner Segelausbildung eine Prüfung ablegst, um einen Segelschein zu erwerben, ist das sozusagen das „Sahnehäubchen“ auf deiner Ausbildung.

Sieh es positiv: du lernst die notwendigen Grundlagen für deine Seglerkarriere. Das beginnt bei den simplen Dingen wie:

  •  wie setze ich Segel?
  •  wie heissen alle Teile an Bord?
  •  was mache ich mit all den Leinen?
  •  wer hat Vorfahrt?

Nicht zu vergessen die gute Seemannschaft, also der Benimm auf dem Wasser. Wird leider häufig total unterschätzt, und ist doch so wichtig, macht das Miteinander einfach entspannter.

Alles das verhilft dir zu einem Basiswissen, das du in deinem eigenen Interesse zu deiner Sicherheit haben solltest.

Wenn du dich auf deine Prüfung vorbereitest, wirst du feststellen, dass manche Prüfungsfrage ziemlich, ähemm… dämlich ist.

Andererseits ist das Gebiet, in dem du geprüft wirst, so umfangreich und bestimmte Dinge werden in der Praxis intuitiv gemacht, dass man sie gar nicht richtig erklären könnte.

Eine Frage in leicht verständliche Worte zu fassen, so dass jeder versteht, worauf sie hinaus läuft und es dir ermöglicht, von den vier Auswahlmöglichkeiten genau die Richtige anzukreuzen – nicht so einfach.

Sieh die die Frage nach dem Segelschein also sportlich.

Lernen – ja,
Wissen erwerben – unbedingt,
Prüfungsfragen auswendig lernen – nein.

Ähnlich wie beim Autofahren wirst du auch beim Segeln schnell merken, dass die Erfahrungen, die du sammelst, viel wertvoller sind als alles Prüfungswissen.

Ein Segelschein schadet dabei allerdings in keinem Fall!

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Aller Anfang ist garnicht schwer. Informiere dich über Segelmöglichkeiten in deiner Wohnortnähe, egal ob Segelverein, privater Segler oder eine Segelschule.

Eine gute oder weniger kompetente Segelschule findest du nicht über den Kurspreis. Entscheidend ist die qualifizierte Ausbildung, begeisterte Ausbilder und gepflegtes Material.

Wortschatz für Segler

Segler sind merkwürdige Menschen. Sie benutzen Ausdrücke, die Landratten kaum je gehört haben. Das sog. Segler-Latein ist eine Welt für sich.

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