Wer oder was ist der SKS?

Wozu braucht man den SKS?

Die korrekte Bezeichnung dieses Segelscheins lautet

Sportküstenschifferschein„.

SKS
SKS-Schein

Er ist ein amtlicher Schein, und der Nachfolger des früheren BR-Scheins.

Nachdem der DSV seine Verbandsführerschein abgeschafft hat (zu denen u.a. auch der BR-Schein gehörte), gibt es nur noch staatliche Führerscheine, also den SKS.

Er ist ein freiwilliger Schein, d.h. Sie müssen ihn nicht unbedingt haben.

In der Rangfolge folgt der SKS dem SBF-See. Sie müssen zunächst im Besitz des SBF-See sein, um den SKS machen zu dürfen.

Obwohl der SKS ein freiwilliger Schein ist, werden Sie möglicherweise beim Chartern einer Yacht danach gefragt.

Die Vercharter leben davon, Schiffe zu verchartern, die heil und funktionstüchtig sind. Von unfähigen Charterern demolierte oder zerstörte Schiffe sind geschäftsschädigend und teuer, und wahrscheinlich werden die Vercharterer auch Probleme mit ihren Versicherungen bekommen.

Daher ist es verständlich, dass sich der Vercharterer vergewissert, ob Sie – der Charterer – überhaupt in der Lage sind, ein Schiff sicher zu fahren.

Sie möchten sich ein eigenes Schiff kaufen? Rein rechtlich gesehen reicht der SBF-See für Sie als Schiffsführer aus. Allerdings sind die Versicherungen in den letzten Jahren mehr und mehr dazu übergegangen, auch von Schiffseignern einen Nachweis über die Eignung zur sicheren Schiffsführung zu fordern.

Ganz sicher wird es jedoch für Sie als Schiffsführer – egal ob mit gecharterter oder eigener Yacht – ein großes Problem geben, wenn es zu einer Havarie, also einem Unfall kommt. Schiffsunfälle werden von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) untersucht.

Wenn sich herausstellt, dass Sie nur aufgrund mangelnder Qualifikation nicht in der Lage waren, einen Unfall zu verhindern, bekommen Sie wirkliche Schwierigkeiten. Und Ihre Versicherung wird möglicherweise die Leistung verweigern.

Als Schiffsführer tragen Sie eine grosse Verantwortung .

Nicht nur für sich, sondern auch für das Schiff und die Crew.

In einem Notfall erwarten Sie selbstverständlich auch Hilfe von anderen. Gleichgültig, ob andere Schiffe oder Rettungsorganisationen wie z.B. die DGzRS und deren Besatzungen, andere Menschen müssen sich u.U. selbst in Gefahr begeben, um Ihnen zu helfen.

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten Sie mit dem SKS erwerben

Empfohlen wird der SKS für das Befahren der Küstengewässer bis zu 12 sm vor der Küste. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie eine Segelyacht oder eine Motoryacht fahren wollen.

Ich kann nicht oft genug betonen, dass eine bestandene Prüfung und ein Schein keinesfalls ausreichen, um ein Schiff sicher zu fahren. Mit Betonung auf „sicher“.

Viel wichtiger sind die Erfahrungen, die Sie während der Ausbildung sammeln.

Wenn Sie einen Fehler bei der Schiffsführung machen, eine falsche Entscheidung in einem kritischen Moment treffen, ist es unerheblich, ob Sie 3 sm von der Küste entfernt sind oder 10 oder 15 sm.

Erfahrungen kann man nicht kaufen oder im Unterricht lernen.

In einem guten Unterricht kann jedoch die Basis vermittelt werden, das theoretische Wissen und die praktischen Fähigkeiten, die Ihnen in Zukunft helfen werden, gute Erfahrungen zu machen, richtige Entscheidungen zu treffen und Fehler zu vermeiden.

SKS Übungskseekarte
Übungsseekarte

Zur Theorieausbildung gehören Inhalte wie:

Navigation

  •  Umgang mit der Seekarte und nautischer Literatur
  •  Kursbestimmung, Stromnavigation, Berechnung der Abdrift
  •  Gezeitenkunde
  •  elektronische Navigation mit GPS

Schifffahrtsrecht

  •  KVR und SeeSchStrO
  •  Ausweichpflicht und Wegerecht
  •  Verkehrstrennungsgebiete
  •  Lichter, Schilder, Schallsignale
  •  Fahrwasser
  •  internationale Seerechtsübereinkommen, Seefahrtbehörden
  •  Schiffspapiere, Flaggenführung

Wetterkunde

  •  Hoch-und Tiefdruckgebiete
  •  Luftdruck, Luftbewegung
  •  Nebel, Taupunkt
  •  Wolkenarten
  •  Gewitter
  •  Seegang

Seemannschaft

  • Segeltheorie
  • Manöver unter Segel und unter Maschine
  • Reffen, Ankern, Schleppen
  • Verhalten bei Havarien, nach einem Zusammenstoß
  • Sicherheitsausrüstung, Notrolle, Feuerverhütung und -bekämpfung
  • Motorenkenntnis und Motorenbehandlung
  • Schiffbaukunde

Welche Unterlagen Sie für den Theorieunterricht und die Prüfung benötigen

 

Praxisprüfung

Yachtsegeln bei bestem Segelwetter
Prüfungsvorbereitung auf einer Yacht

Anders als beim SBF-See sind die Anforderungen an die Praxisausbildung sehr viel höher.

Sie benötigen für die Prüfungszulassung einen Nachweis darüber, dass Sie bereits praktische Erfahrungen gemacht haben. Als Mindeststrecke müssen Sie 300 sm gesegelt sein.

Sie müssen nachweisen und vorführen, dass Sie eine Segel- oder Motoryacht führen können, d.h. beherrschen.

Wenn Sie Ihre Ausbildung bei einer renommierten Segelschule absolvieren, werden Sie an Bord einen Ausbilder vorfinden, der seinerseits viele tausend Seemeilen auf dem Buckel hat, der  mindestens einen SSS oder besser noch  SHS hat und der jede Menge Erfahrung mitbringt, nicht zuletzt auch in der Ausbildung von zukünftigen Skippern. Das wollen Sie doch werden, oder?

Die letzten Vorbereitungen auf Ihre SKS-Prüfung findet während eines Segeltörns statt. Sie sind also an Bord einer Yacht, und Sie sollten folgende Manöver üben, üben – und üben:

  • An- und Ablegen unter Motor
  • Segelsetzen, Segelbergen
  • Wenden, Halsen
  • Rettungsmanöver
  • Wendemanöver unter Motor
  • und immer wieder: Knoten!

Außerdem will der Prüfer von Ihnen wahrscheinlich etwas über Seemannschaft wissen.

Er wird sich mit Ihnen unterhalten und Ihnen einige Fragen stellen.

Das können Fragen zum Wetter sein, das kann die Frage sein: wie planen Sie Ihre Segelreise?

Vielleicht will er auch wissen, wie Sie sich bei einem Notfall verhalten oder welche Ausrüstungsgegenstände eine gut ausgerüstete Yacht an Bord haben sollte.

Sie werden bei Ihrer Prüfung wahrscheinlich sehr nervös sein. Das ist normal, die Prüfer wissen das und nehmen im gewissen Rahmen darauf Rücksicht. Bei einer falschen Antwort wird er Ihnen nicht den Kopf abreisssen, sondern Ihnen im Gegenteil auf den richtigen Weg helfen, oder zwischendurch einige unverfängliche Themen ansprechen, um vielleicht später auf die Frage zurück zu kommen.

Eines ist ganz wichtig: vermeiden Sie jede Hektik und Panik.

Ein guter Schiffsführer muss die Ruhe bewahren können, und dieses Verhalten können Sie hier bei Ihrer Prüfung gleich einmal ausprobieren.