Der Segelschein Binnen

hat  in Deutschland den offiziellen Namen

Sportbootführerschein Binnen.

Kaum jemand kann etwas mit dem „ordentlichen“ Namen anfangen.

Zumal es ja auch noch eine Menge andere „Sportbootführerscheine“ gibt

Lass dich davon nicht verwirren. Früher oder später wirst du auch lernen, wie der entsprechende Führerschein heisst.

So wichtig ist das schließlich auch nicht. Wichtig ist für dich, eine gute Ausbildung zu absolvieren, um deinem großen Ziel – dem SEGELN – endlich näher zu kommen.

Was wirst du lernen?

Zunächst einmal, dass es den  Sportbootführerschein Binnen nicht nur zum Segeln gibt, sondern auch für Motorbootfahrer. Immer auf Binnenrevieren, wohlgemerkt.

Wie bitte? Ein Führerschein für alle, auch wenn du „nur“ segeln willst?

Nein, natürlich nicht.

Der Führerschein besteht aus drei theoretischen Bereichen, nämlich

  • den Basisteil
  • den speziellen Fragen Binnen
  • den speziellen Segelteil

und zusätzlich den entsprechenden Praktischen Teil, entweder nur Segeln, nur Motorbootfahren oder beides.

Insgesamt besteht der Fragenkatalog aus 253 Fragen sowie 47 spezielle Fragen Segeln.

Je nachdem, welche Antriebsart du wählst, werden dir Fragen aus dem jeweiligen Teilbereichen gestellt.

Die theoretische Prüfung wird im Multiple Choice Verfahren abgelegt. Pro Frage stehen 4 Antworten zur Verfügung, von denen jeweils nur 1 Antwort die Richtige ist.

So teilen sich die Fragebögen auf:

Wer nur Motorbootfahren möchte – 7 Fragen aus dem Basisteil, 23 spezielle Fragen Binnen.

Wer nur Segeln möchte – 4 Fragen aus dem Basisteil (ohne Fragen zur Antriebsmaschine), 14 spezielle Fragen Binnen, 7 Fragen Segeln.

Wer Segeln + Motorbootfahren möchte – 7 Fragen aus dem Basisteil, 23 spezielle Fragen Binnen, 7 spezielle Fragen Segeln.

Wo brauchst du denn nun eigentlich den amtlichen Sportbootführerschein?

Die Antwort auf diese Frage kannst du bei Interesse bei ELWIS nachlesen in der
„Verordnung über das Führen von Sportbooten auf den Binnenschifffahrtsstraßen (Sportbootführerscheinverordnung-Binnen – SportbootFüV-Bin)„.

Alles klar? Nein? Kein Wunder!

Gesetzestexte muss ein juristischer Laie nicht verstehen. Ich werde versuchen, dir das Wesentliche aus der Führerschein-Verordnung zu vermitteln.

Entgegen vielen anders lautenden Gerüchten heisst es dort in § 2 Abs.1 ganz klar und deutlich:

"Wer ein Sportboot mit Antriebsmaschine oder unter Segel auf den Binnenschifffahrtsstraßen führen will, bedarf einer Fahrerlaubnis für die jeweilige Antriebsart."

Selbstverständlich keine Regel ohne Ausnahme, und daher geht es unter § 3 Abs.4 weiter:

„Eine Fahrerlaubnis nach dieser Verordnung ist erforderlich für das Führen von Sportbooten

  • 1. unter Segel nur auf den Binnenschifffahrtstraßen nach Anlage 2,
  • 2. mit Antriebsmaschine, deren größte Nutzleistung mehr als 15 PS beträgt.“

In der Anlage 2 werden alle Gewässer aufgeführt, die von der Ausnahme betroffen sind.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man auf allen Binnenschifffahrtstraßen mit einem Motorboot von weniger als 15 PS keinen Führerschein benötigt, sowie einen Segelschein nur auf den Gewässern gemäß Anlage 2.

Was bedeutet das nun für dich?

Als deutscher Staatsbürger brauchst du einen Motorbootschein immer dann, wenn der Motor deines Bootes, egal ob Einbaumaschine oder Außenborder, mehr als 15 PS Leistung hat.

Und du brauchst einen Segelschein auf allen Berliner Gewässern.

Für ausländische Gäste sowie für eine Reihe von Inhabern beruflicher Patente sowie den Patenten der ehemaligen DDR gelten Ausnahmen. Diese sind in der Führerschein-Verordnung detailliert aufgeführt, werden aber sicher nur die Wenigsten betreffen, weswegen ich sie hier auslasse.

Wer zu diesem Kreis gehört, sollte sich mit seiner speziellen Anfrage an den Deutschen Segler-Verband in Hamburg wenden.