Viele Bootsführerscheine sorgen für Verwirrung

Es gibt in Deutschland eine Unmenge an Bootsführerscheinen. Kein Laie weiss so genau, welcher Schein wofür gut ist und welchen Segelschein er benötigt.

Es gibt amtliche Scheine und Verbandsscheine.

Man unterscheidet zwischen „Pflichtscheinen“ und „freiwilligen Scheinen“.

Damit stellt sich schon die nächste Frage:

Was ist Pflicht, was ist freiwillig?

Und wenn freiwillig, warum dann überhaupt ein Schein?

Zunächst einmal unterscheidet der Gesetzgeber die Bootsführerscheine nach dem Befahrensgebiet. Das bedeutet, nicht mit jedem Schein ist das Fahren auf allen Gewässern erlaubt.

Bootsführerscheine für Binnengewässer

    * Jüngstensegelschein

    * Segel- oder Surf-Grundschein

    * Amtlicher Sportbootführerschein Binnen 

Bootsführerscheine für die See

„See“ ist in diesem Zusammenhang die Sammelbezeichnung für Ostsee, Nordsee, Mittelmeer, Atlantik und hat nichts mit einem kleinen See zu tun!

    * Sportbootführerschein See – SBF-See

    * Sportküstenschifferschein – SKS

    * Sportseeschifferschein – SSS

    * Sporthochseeschifferschein – SHS

Vermisst du in der Aufzählung noch etwas?

Zum Beispiel A-Schein, BR-Schein, Küstenschein, Sportschifferzeugnis?

Willst du wissen, mit welchem Schein du Motorbootfahren darfst?

Wozu braucht man einen Pyroschein, einen Funkschein?

 

Geschichte der Bootsführerscheine

Ursprünglich gab es in Deutschland keine staatlichen Bootsführerscheine. Das war auch nicht erforderlich, denn Wassersportler waren eine exotische Gruppe, die meisten von ihnen in einem Verein organisiert.

Das Verkehrsaufkommen auf den Gewässern war nicht nennenswert groß. Die einzigen Regeln, die zu beachten waren, waren das Gebot der Fairness und des Sportsgeistes.

Allerdings wurde von Segelvereinen Regatten ausgerichtet, also Wettfahrten, bei denen es durchaus Regeln geben musste, die von allen Teilnehmern beherrscht und angewendet wurden.

Daraus entstanden die Verbands-Führerscheine, vom Segler-Verband. Dazu zählen der

  • Jüngstensegelschein
  • A-Schein
  • BR-Schein
  • BK-Schein
  • C-Schein

Erst in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts, als der Verkehr auf dem Wasser immer dichter wurde, die Berufsschifffahrt zunehmend mit den Freizeitsportlern „in Kontakt“ kam, fand sich der Gesetzgeber in der Situation, generelle, für alle verbindliche und verpflichtende Regeln aufstellen zu müssen. Das war die Geburtsstunde der staatlichen Führerscheine.

Seitdem existierten in mehr oder weniger friedlicher Ko-Existenz die Verbands- Führerscheine und die staatlichen „Pflichtscheine“ nebeneinander.

Die Verwirrung wurde noch dadurch grösser, dass es für verschiedene Gewässer unterschiedliche Regelungen hinsichtlich einer Führerscheinpflicht gibt.

Etwas einfacher wurde die Situation, seit es für jeden Bereich einen amtlichen Führerschein gibt und daraufhin der DSV seine Verbandsführerscheine insgesamt einschlafen ließ. Seitdem gibt es nur noch  amtliche Sportbootführerscheine.

Welcher Bootsführerschein für DICH der Richtige ist

Die Frage nach dem „richtigen“ Segelschein lässt sich nicht pauschal beantworten. Ich werde dir helfen, dich durch den Gesetzes-Dschungel hindurch zu finden. Als erstes muss immer geklärt werden:

  • Auf welchem Gewässer?
  • Mit welchem Schiff?
  • Wie groß ist das Schiff?
  • Motorisiert oder nicht?
  • privat oder gewerblich? 

Wenn du diese Fragen für dich geklärt hast, beanworte einfach folgende Fragen:

 

Möchtest du zunächst einmal nur Segeln lernen, weil du noch gar nicht weisst, ob dieser Sport für dich richtig ist?

Möchtest du auf einem Binnengewässer segeln oder Motorbootfahren?

Möchtest du auf der See (z.B. Ostsee, Nordsee, Mittelmeer) segeln oder Motorbootfahren?